Beschleunigungs-Wahnsinn

Schneller immer schneller. So läuft bei mir fast jeder Tag ab. Mehr Tempo, weniger
Zeit. Gestern war wieder so ein typischer Tag. Schnell noch dies und jene Aufgabe
erledigen, 15 Anrufe, 10 -Email, 3 Kundentermine, 2 Artikel etc. Dann, nach 12 Stunden
Arbeit, ohne Pause versteht sich, schnell mal was essen, noch schnell ein Bier mit
einem Freund trinken gehen. Danach schnell nach Hause und ab ins Bett.
Ich bin ganz benommen von diesem ständigen Beschleunigungs-Wahnsinn, den ich Tag
ein, Tag aus praktizieren. Ich mach mir selbst vor, dass es nichts ausmacht,
ich ja noch genug Zeit habe werden - irgendwann mal.
Aber wer kann mir das schon garantieren?
Zeit ist ein Luxusgut geworden. -Deshalb habe ich beschlossen, mir ein bisschen
von diesem Luxus zu gönnen. Auch wenn, es nur ab und an ist.

Nächsten Sonntag habe ich schon für das totale Nichtstun eingeplant.
Ein kurzen Moment von dem Lärm der Welt abgeschnitten zu sein,
kein News-overload, keine
Anrufe, Handy ausschalten, kein ständiger Blick auf die Uhr.
Nur ich und die Zeit, ganz in Ruhe ,ohne jede Hektik. "
Wenn Du es eilig hast, gehe langsam"
, schreibt Lothar Seiwert in seinem
gleichnamigen Buch. Ich stimme ihm zu. Aber ich habe irgendwie
verlernt wie es funktioniert langsam zu gehen. Ich muss einfach wieder bei Null
anfangen. Ganz langsam. Schritt für Schritt weg von der totalen Beschleunigung.

.
Katinja - 27. Sep, 15:21

Einen Gang Rückwärts bitte!

Mir geht es ganz genau so. Es vergeht kein Tag, wo ich nicht die Menschen, inklusive mir selbst, klagen höre wie beschäftigt sie nicht seien und wie sehr der Stress nicht an Ihnen nage. Schon der deutsche Journalist Robert Lemke pflegte zu sagen "Kein Mensch ist so beschäftigt, dass er nicht die Zeit hat, überall zu erzählen, wie beschäftigt er ist." Ich muss es ja selbst zugeben, dass es für mich schwer ist, einen Gang rückwärts zu schalten und mir mehr Zeit für mich und mein Umfeld sprich meine Familie zu nehmen. Warum nur setze ich mich immer diesem künstlichen Stress aus und lasse mich von diesem "Zeitwahn" treiben? Warum schaffe ich es fast nie nicht erreichbar zu sein und lasse mein Handy ständig eingeschalten? Ist es wirklich die Sorge meiner Familie könnte was passieren oder ist es einfach nur die Angst etwas "wichtiges" zu verpassen?
Richtig, Zeit ist ein Luxusgut geworden. Zeit kann man nicht kaufen. Auch ich werde versuchen gegen den Zeitraubenden Strom anzukämpfen und mich nicht von ihm einsaugen zu lassen.

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